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Das Simplyright-Netzwerk: Wenn aus kostenloser Kündigungshilfe ein teurer Vertrag wird.

Wer online nach Hilfe bei einer Kündigung oder einer dubiosen Abbuchung sucht, landet schnell bei Seiten, die genau das versprechen: schnelle, kostenlose Unterstützung. Doch mehrere dieser Portale gehören zusammen, und am Ende steht oft ein kostenpflichtiger Vertrag, den niemand gesucht hatte.

Laptop mit Warnsymbol, Vertragsunterlagen und Stempel auf einem Schreibtisch
Symbolbild: Online Hilfe bei Kündigungen kann zum finanziellen Risiko werden.
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Ein Netzwerk mit einer gemeinsamen Adresse

Das Netzwerk dieser Kündigungsseiten besteht aus mehreren Seiten, die alle dazu dienen, Abos an Menschen zu verkaufen, die nur Hilfe mit ihrer Kündigung benötigen. Die Menschen wenden sich an eine der Firmen, weil sie ein Abo haben, das sie kündigen lassen wollen, und in diesem Prozess wird ihnen am Telefon das Abo aus diesem Netzwerk angedreht. Dahinter stecken drei Brüder, die damit sehr viel Geld verdient haben.

Zu dem Konstrukt gehören:

Auf den ersten Blick wirken die Seiten wie unabhängige Angebote. Tatsächlich sind mehrere davon eng verzahnt. Betroffene in Foren nennen darüber hinaus weitere Firmen mit Anschriften im selben Ort. Ob und wie eng all diese Firmen tatsächlich zusammenhängen, lässt sich von außen nicht abschließend beurteilen. Die Häufung gleicher Adressen in einem einzigen Ort fällt aber auf.

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Wie finanzieren sich Websites wie Smartkündigen und die anderen genannten?

Die Websites finanzieren sich nicht damit, Nutzern kostenlos bei einer Kündigung zu helfen. Vielmehr nutzen sie den Kündigungswunsch als Verkaufsargument, um gleich mehrere Einnahmen abzugreifen: Den Betroffenen werden für die vermeintlich „kostenlose“ Hilfe sehr hohe Kosten in Rechnung gestellt, in geschilderten Fällen bis zu knapp 400 Euro. Zusätzlich wird ihnen am Telefon oder im Bestellprozess oft ein weiteres Abo aufgedrängt, das sie nie vereinbart haben.

Das Muster, das Betroffene schildern, ist bemerkenswert einheitlich:

  1. 1Man sucht Hilfe bei einer Kündigung oder einer angeblichen Abofalle und füllt eine „kostenlose“ Erstanalyse aus, wobei Kontakt- und Vertragsdaten preisgegeben werden.
  2. 2Kurz nach der Registrierung kommt ein Anruf. Ein Mitarbeiter male, so eine Schilderung, weniger die Lösung als die katastrophalen Folgen der Abofalle aus.
  3. 3Man werde gedrängt, sofort einem kostenpflichtigen Mandat zuzustimmen. Die Kosten sollen in geschilderten Fällen bis zu knapp 400 Euro betragen, ohne Bedenkzeit.
  4. 4Häufig wird im selben Gespräch oder Prozess noch ein weiteres Abo aufgedrängt. Wer später widersprechen, kündigen oder Kritik äußern will, meldet sich nach Betroffenenberichten niemand mehr zurück.

„Hier würden die Abgezockten ein zweites Mal abgezockt.“

sinngemäß eine Betroffene

Wer eigentlich nur ein ungewolltes Abo loswerden wollte, hat am Ende nicht nur hohe Kosten für die Hilfe, sondern oft auch noch einen zusätzlichen Vertrag, den niemand gesucht hatte. Das ursprüngliche Abo ist damit noch längst nicht gekündigt.

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Die Verbraucherzentrale zieht vor Gericht

Am 19. Mai 2026 hat die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vor dem Landgericht Düsseldorf eine Unterlassungsklage gegen die Simplyright GmbH eingereicht. Sie wirft dem Unternehmen mehrere Punkte vor und verlangt, diese Praktiken zu unterlassen:

Mahngebühren, die nicht anfallen dürften

Simplyright habe eine „Mahngebühr“ von 7 Euro verlangt, obwohl Kosten in dieser Höhe nicht entstanden und auch nicht individuell vereinbart gewesen seien.

Irreführende Werbung

Das Unternehmen werbe mit digitalem Schutz bei Rechtsproblemen und verspreche, sich von der ersten Analyse bis zur vollständigen Durchsetzung zu kümmern, samt Kundenstimmen zu angeblich bereits durchgesetzten Fällen.

Kundenstimmen ohne Nachweis

Für ein kostenpflichtiges Abo werde mit Bewertungen geworben, ohne offenzulegen, wie sichergestellt wird, dass diese wirklich von echten Kunden stammen.

Fehlender Kündigungsbutton

Simplyright biete kostenpflichtige Abo-Verträge über die Website an, ohne dass Kunden ihren Vertrag dort über eine Kündigungsschaltfläche kündigen könnten, obwohl das gesetzlich vorgeschrieben ist.

Noch ist das ein Antrag, über den ein Gericht entscheiden muss. Ein Urteil liegt bislang nicht vor.

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Welchen Preis die Nutzer am Ende wirklich bezahlen

Rechnet man zusammen, was Betroffene schildern, kann aus der „kostenlosen“ Hilfe schnell ein dreistelliger Betrag werden. Der eigentliche Preis besteht aber nicht nur aus dem Mandat: Hinzu kommt ein weiteres Abo, das im Telefonat oder Bestellprozess aufgedrängt wird, und das Gefühl, sich niemand mehr zuständig fühlen zu können, wenn man kündigen oder reklamieren möchte.

  • Kostenpflichtiges Mandat / Abobis zu knapp 400 €
  • Zusätzlich aufgedrängtes Abolaufende Kosten
  • Mahngebühren obendrauf+ 7 € je Mahnung
  • Ursprüngliches Abo läuft weiterwenn Kündigung nicht wirksam
  • Deine Daten aus der „Erstanalyse“unbezahlbar

So entsteht die Summe, von der viele Betroffene sprechen, meist nicht als eine einzelne Rechnung, sondern als Bündel aus Mandatskosten, aufgedrängtem Abo, Mahngebühren und weiterlaufendem Vertrag.

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So schützt du dich

Bevor du etwas unterschreibst

  • Lass dich am Telefon nicht drängen.Seriöse Anbieter geben dir Bedenkzeit und schicken dir alles Schriftliche zu. „Jetzt sofort zustimmen“ ist ein Warnsignal.
  • Unterschreibe kein Mandat, nur um ein Abo loszuwerden.Kündigen kannst du fast immer selbst und kostenlos.
  • Prüfe, wer hinter einer Seite steht.Impressum, Anschrift, Handelsregister. Tauchen mehrere „Hilfe“-Portale unter derselben Adresse auf, ist besondere Vorsicht angebracht.
  • Kündige lieber selbst.Per Einschreiben oder per E-Mail mit Lesebestätigung und heb den Nachweis auf.

Wenn du schon einen Vertrag oder eine Rechnung am Hals hast

  • Nicht vorschnell zahlen und dich von Mahnungen nicht einschüchtern lassen.
  • Widerrufe den Vertrag (bei Online-Abschluss gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht; bei fehlender oder falscher Belehrung verlängert es sich) und bestreite unberechtigte Gebühren schriftlich.
  • Lastschriften zurückbuchen lassen (bei SEPA-Lastschriften bis zu 8 Wochen, bei nicht autorisierten Abbuchungen deutlich länger) und weitere Abbuchungen sperren.
  • Hol dir kostenlose Hilfe bei der Verbraucherzentrale, gerade hier, wo sie ohnehin bereits aktiv ist.
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Fazit

Das Versprechen „kostenlose Kündigungshilfe“ ist ein wirksamer Köder, und bei manchen Anbietern beginnt genau dort das Problem.

Wer hinschaut, wer eine Seite betreibt, sich am Telefon nicht unter Druck setzen lässt und im Zweifel selbst kündigt, entzieht der Masche die Grundlage. Und wer schon betroffen ist, sollte wissen: Unberechtigten Forderungen ist man nicht schutzlos ausgeliefert. Die laufende Klage der Verbraucherzentrale zeigt das deutlich.